Buchtipp

Kilian Mehl
Burn on, Homo sapiens!
Essays über die Menschen

1. Auflage 2013
ca. 402 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-8471-0176-5
Vandenhoeck & Ruprecht,
unipress (V&R unipress)

Themen

Globalisierung

Globalisiert werden auch die Probleme …

Die oft gängige Vorstellung, wir könnten uns in unserer kleinen Welt einer modernen Gesellschaft komfortabel einrichten und der Rest der Welt ginge uns nichts an, ist eine gefährlich Illusion. [...]


 

Globalisierung

Globalisiert werden auch
die Probleme …

Globalisierung: Da denken wir in den modernen Gesellschaften gleich an die Vor- und Nachteile für die Wirtschaftsmärkte. Die Möglichkeiten und Vorteile, unsere Waren und Produkte profitabel über die Welt zu verteilen oder Gedanken an die Gefahren, die scheinbar „vom Chinesen“ drohen, der uns im Wirtschaftswettkampf überholt, bestimmen unsere Vorstellungen.

Globalisierung können wir uns auch nicht wünschen oder ablehnen. Globalisierung ist da, Globalisierung ist eine natürliche Folge der Entwicklung von Mobilität und Kommunikation.

Globalisierung bedeutet aber auch Globalisierung der Probleme, seien sie ökologischer, sozialer oder interaktioneller Art.

Die oft gängige Vorstellung, wir könnten uns in unserer kleinen Welt einer modernen Gesellschaft komfortabel einrichten und der Rest der Welt ginge uns nichts an, ist eine gefährlich Illusion.

Prof. Dr. med. Kilian Mehl:
„Beruflich beschäftige ich mich täglich mit den Phänomenen, Dysfunktionen und Problemen moderner Gesellschaften und ihrer Menschen. Ich habe mich mit dem Buch „Burn on, Homo sapiens!“ intensiv damit beschäftigt. Gerade das zeigt uns und mir persönlich, dass unser fast ausschließliches Engagement und die Beschäftigung mit uns selbst nicht reicht und wir dort nicht Halt machen können. Jede Insel der Wissens- und Charakterbildung und der Förderung basiskompetenter und verständiger Menschen, die wir nachhaltig im globalisierten System implementieren können, ist ein Samenkorn für eine gelingende Zukunft.

Im Vordergrund der Entwicklungshilfe sollte nicht die Beruhigung unseres sozialen Gewissens stehen, welche zweifellos ein gängiges Phänomen der Charity-Kultur ist, sondern unser Bewusstsein, einen geschuldeten, wichtigen und wertvollen Beitrag für eine gelingende globale Zukunft zu leisten.

Die Hungernden, die Verdurstenden, die Armen, aber auch die gierigen Reichen und Kompetenzlosen werden nicht höflich an den Grenzen unserer gesellschaftlichen Komfortzone Halt machen. Wir erleben das jetzt schon. Der Mensch als Lebewesen ist so konzipiert, dass er entsprechend seinen Möglichkeiten und seiner Entwicklung das seiner Meinung und seinem Gefühl nach Beste für sich und seine Gruppe herausholen will. Ein Verhungernder oder Bedrohter ohne andere Möglichkeiten wird sich nicht auf Dauer der Moral komfortabler Gesellschaften unterwerfen. Das ist eine Tatsache, vor der wir nicht die Augen verschließen dürfen. Andererseits ist der Mensch prinzipiell sehr anpassungs- und lernfähig. Deshalb ist die Vermittlung von Bildung und Erfahrung zum Kompetenzgewinn die fortschrittlichste Alternative in der Entwicklungshilfe.“

Weiterführende Links zur Vertiefung des Themas: